Reportagen

Bericht über den Besuch der Ausstellung „TEXT – TEXTURE – TEXTILES: John Buchan and 25 Years of EDGE Textile Art“

In der Stadtbücherei von Peebles, die auch als Museum und Galerie fungiert, zeigte die Künstlergruppe EDGE die Ausstellung „TEXT – TEXTURE – TEXTILES: John Buchan and 25 Years of EDGE Textile Art“.

Ich muss zugeben, von John Buchan hatte ich noch nie gehört: Wer war John Buchan? 

John Buchan war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Historiker, Anwalt, Herausgeber, Kriegskorrespondent, Regierungsbeamter, Abgeordneter und Leiter eines erfolgreichen Verlags.

Ann Williams – JB – A life well Lived I – Mixed Media
Die Künstlerin befasst sich intensiv mit dem Leben von John Buchan und versuchte, Aspekte all seiner Leistungen in Politik und Literatur zu berücksichtigen.

Susan McEwan – John Buchan – freie Maschinenstickerei, Malerei, Seidenpapier
Die Künstlerin stellt John Buchan vor dem Hintergrund einer Landschaft in den schottischen Borders dar.

Das John Buchan Story Museum in Peebles, Schottland, bietet eine Fülle von Informationen und Artefakten zu Buchans Leben und Werk und vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt und dem Umfang seiner persönlichen Erfahrungen und seinem literarischen Schaffen. Es porträtiert auch die Verbindungen seiner Familie zu Peebles und illustriert einige ihrer Errungenschaften.

Buchans Eltern waren in Tweeddale aufgewachsen und verbrachten ihre Familienurlaube in dieser Gegend, sodass John Buchan eine Leidenschaft für die Landschaft der Borders und ihre Bewohner entwickelte.

Jennifer Hamshere – Literature, War, Government – Einblicke in ein vergangenes Leben.
John Buchans Leben war interessant und abwechslungsreich; so abwechslungsreich, dass sich die Künstlerin in diesem Werk nur auf drei Aspekte seines Lebens konzentrieren wollte.

Sue Fraser – John Macnab, Mixed Media und Stickerei
Inspiriert von John Buchans Buch mit dem Titel John Macnab hat Sue Fraser dieses Werk geschaffen.

Die Gruppe EDGE habe ich dagegen schon kennen gelernt und mehrere ihrer Mitglieder interviewt. 

Die Gruppe sagt von sich: „EDGE Textile Artists Scotland ist ein lebendiges und dynamisches Kollektiv, das durch seine Leidenschaft für Textilkunst und das gemeinsame Engagement, deren kreative Grenzen zu erweitern, vereint ist.

Die Ursprünge der Gruppe reichen bis ins Jahr 1988 zurück, als sich drei führende Textilkunstorganisationen in Schottland zu einer bahnbrechenden Ausstellung mit dem Titel „Tree Strands” zusammenschlossen. Nach dem Erfolg dieser Ausstellung wurde die Zusammenarbeit formalisiert und EDGE ins Leben gerufen. Seitdem ist die Gruppe gewachsen und hat sich einen guten Ruf erworben. Im Jahr 2000 präsentierte sie ihre erste große Ausstellung mit dem Titel „To Boldly Sew” in der McManus Gallery in Dundee. Die Veranstaltung bot Werke renommierter europäischer Künstler und eine lebhafte Konferenz und war damit ein mutiger Schritt in die Öffentlichkeit.

Ursprünglich gegründet von Absolventen schottischer Kunsthochschulen und Absolventen der City & Guilds-Fortbildungskurse für kreative Textildesign, hat sich EDGE seitdem zu einer breiteren, vielfältigeren Gemeinschaft entwickelt. Heute bringen die Mitglieder ein breites Spektrum an Erfahrungen mit, wobei alle über eine solide Grundlage in Textil-Kunst und Bildender Kunst verfügen.“

Liza Green habe ich erst vor kurzem interviewt. Von ihr zeige ich zwei Arbeiten. Eines zeigt ein Künstlerbuch. Im Interview sagte sie, sie habe gelernt, wie man Künstlerbücher herstelle, und sich sofort in diese Idee verliebt. Sie möge die Disziplin beim Messen und Nähen, die Intimität von Büchern und das kreative Spiel, das sie dem Betrachter bieten.

Ihr Werk Birch Marks aus handgeschöpftem Seidenpapier, Stickerei und Draht wurde erstmals bei der allerersten Ausstellung von EDGE gezeigt und ist inspiriert von Spaziergängen durch Birkenwälder.

Kim Gunns Arbeit Fire Moss schmückte das Ausstellungsplakat. Es besteht aus schwarzem Filz mit Papiergarn und Perlen. Bei der zweiten Arbeit besteht der Untergrund aus weißem Filz. Zu beiden Arbeiten schrieb sie: „Der perforierte Filz-Untergrund und das Papiergarn habe ich in Finland gekauft. Heraus kam eine spielerische Reaktion auf die Materialien.“

Zwei Arbeiten von Rosemary Hill gefielen mir besonders gut, es geht darin ums Wandern in den schottischen Hügeln. Inspiriert wurden sie von John Buchans Interesse an der Erkundung der Natur. Die Werke bestehen aus handgewalktem Filz. Mit Hand und Maschine hat die Künstlerin bemalten Untergrund bestickt.

Die Landschaft, die Heidi Ingram in den beiden folgenden Arbeiten darstellt, sieht genau aus wie die, durch die ich im August gewandert bin. Sie schreibt dazu. „Ein großer Teil meiner Arbeit fußt auf persönlichen Erinnerungen an schottische Landschaften.“

Auch die beiden nächsten Werke von Alison King lassen mich sofort an schottische Landschaften denken. Es sind Mixed-Media-Arbeiten, bei denen sie den Stoff bestickt und bemalt hat. Zu dem Werk, von dem Sie auch einen Ausschnitt im Titel sehen, schreibt sie: „Inspiriert von dem Blick durch die Bäume auf dem Hügelweg.“

Rosemary Campbell zitiert den schottischen Naturphilosophen John Muir im Text zu ihrer Mixed-Media-Arbeit Evanescence: „Aus dem Blickfeld verschwinden, in den Wald eintauchen, um das Denken auszuschalten und die Seele zu finden.“

Hier eine weitere Arbeit von Rosemary Hill. In der Legende lese ich: „John Buchans Familie lebte in Peebles und sein Onkel sprach den breiten Dialekt der schottischen Borders. Die wilde Gegend fesselt mich, wenn ich arbeite, Fahrrad fahre oder nur mit dem Hund unterwegs bin.“

Auch Sue Hotchkis habe ich schon für das Magazine interviewt. Ihre Arbeit Flake gefällt mir ausnehmend gut. Sie sagt dazu: „Ich schaffe abstrakte Werke, um die Schönheit herauszuheben, die durch Alterung und Verfall ensteht. Flake wurde inspiriert durch abblätternde Farbe und einen alten zerbrochenen Spiegel, den ich im Invarary Castle gefunden habe.“

Jetzt etwas sehr Amüsantes: das Werk Rucksack von Dawn Murray. Sie sagt dazu: „Manche Menschen reisen nicht gern mit wenig Gepäck. Sie wollen für alle Fälle immer etwas dabei haben, mit dem sie arbeiten können, falls sie eine Minute irgendwo warten müssen.“

Dieses letzte Bild zeigt eine Arbeit des Künstlers Adrian Smith. Ich fand es in einem Ständer in einer Plastikhülle und es ließ sich gar nicht gut fotografieren. Da es mir aber so gut gefallen hat, bat ich den Künstler, mir ein Bild zu schicken..